Die Kapelle in Poggendorf

Die Kapelle in Poggendorf ist ein einschiffiger Bau mit Satteldach und halbrundem Chorabschluss nach Osten. Der Rechteckige Putzbau aus Backstein und Feldstein mit verschliffenem polygonalen Ostschluß ist wohl im 15. Jahrhundert erbaut. Der Giebel ist mit Blendengliederung, darunter ist der vertiefte Putzband und die Spitzbogenblende mit rundbogigem Portal. Die Fenster sind mit Holzrauten. Das Innere ist mit flacher Bretterdecke. Von 1994-2001 ist die Kapelle umfassend saniert worden.


Zur Ausstattung gehört ein Altar mit einer spätmittelalterlichen Kalksteinplatte. Die fünf dort eingeritzten Weihekreuze weisen auf die vorreformatorische Entstehungszeit. Sie stehen auch für die fünf Wundmale Jesu und haben damit einen engen Bezug zum heiligen Abendmahl, das seit Jahrhunderten an diesem Altar gefeiert wird.


Dahinter erhebt sich ein barocker Kanzelaltar aus der Mitte des 18. Jahrhunderts (um 1750), der durch einen „seitlich rechts zugänglichen Treppenaufgang“ zu besteigen ist. Für die Predigt wird diese Kanzel heut nur zu großen Festgottesdiensten genutzt. Hinter dieser Bauweise steht der Gedanke, dass allein Gottes Wort, was in der Predigt verkündigt wird,


Kern des Gottesdienstlichen Geschehens ist. Das war ein Anliegen Martin Luthers (sein Bild ist in einer Nische an der Südwand z sehen), der die Bibel lins Deutsche übersetzt und damit Gottes Wort allgemein zugänglich gemacht hat. In evangelischen Kirche liegt darum immer eine aufgeschlagene Bibel auf dem Altar. Die Taufschale befindet sich auf einem „Taufständer, zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Eichenholz. Diese Taufschale aus Messing trägt die Inschrift: pugenderpel kapel anno 1746. Über dem Eingang befindet sich eine Empore.


Eine Orgel hat die Poggendorfer Kapelle nie besessen. Die Lieder im Gottesdienst werden meist von einem Harmonium begleitet.


Ein Metallener Glockenstuhl mit einer Glocke von 1726. „Viele Jahre konnte die ihren Ton nicht entfalten, weil der Glockenkörper gerissen war. Nach einer Sanierung in einer Glockenschweißwerkstatt wurde sie im Jahre 2006 in ein neues Eichenjoch gehängt und in einem feierlichen Gottesdienst wieder in Dienst genommen. 


Sie ist aus Bronze und trägt folgende Inschrift: KOMMET HER HÖRET ALLE, DIE IHR GOTT FÜRCHET PS.66.V.16 HEC SACELLI POGGENDORFENSIS CAMPANA TEMPORE PST.CP: VON SANTEN ANNO 1726 STRALSUND EST FUSA A IOACHIM METZKER (Diese Glocke der Poggendorfer Kapelle ist in der Zeit des Pastors C.P. von Santen im Jahre 1726 in Stralsund von Joachim Metzker gegossen worden).

Share by: